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Lampenfieber

| Kommentare: 3

Warum haben wir überhaupt Lampenfieber?

Zunächst solltest du dir klar machen: Lampenfieber ist ein ganz normaler Prozess, der aus einem psycho-biologischen Programm resultiert: In lebensbedrohlichen Situationen werden im Körper verstärkt Stresshormone ausgeschüttet, das Adrenalin; wir kommen so in einen Kampf-oder-Flucht-Zustand, der uns das Überleben sichern soll.

Auch beim Lampenfieber nimmt ein Redner solch eine potenzielle Bedrohung wahr. Die Folge sind dieselben Symptome des Kampf-oder-Flucht-Reflexes:

Der Herzschlag beschleunigt sich.

Der Körper schüttet massenhaft Adrenalin aus.

Energiereserven werden freigesetzt.

Die Pupillen weiten sich.

Der Blutdruck steigt, ebenso die Muskelanspannung.

Der Körper schaltet seine Klimaanlage ein: wir schwitzen.

Die Atmung wird flacher.

Komplexes Denken ist nicht mehr möglich, der Geist fokussiert zum Tunnelblick.

Nervosität, Aufregung oder auch Lampenfieber bezeichnen also einen Zustand innerer Unruhe. All diese Reaktionen stellen zunächst einen Schutzmechanismus des Körpers dar. Wenn Gefahr lauert, ist der Mensch dadurch in der Lage zu flüchten oder sich zu verteidigen. Den Redner aber können sie blockieren - zumal an Flucht gar nicht zu denken ist. Das wäre peinlich.

Um bei deiner nächsten Präsentation oder Rede vor einer Gruppe dem Lampenfieber wirksam entgegenzutreten habe ich dir hier die

5 besten Tipps gegen Lampenfieber:

1. Plane genug Vorlaufzeit ein.

Sei rechtzeitig vor Ort und bereite alles in Ruhe vor. Nichts verursacht mehr Stress, als kurz vor Beginn der Rede gestresst und gehetzt anzukommen und sofort vor das Publikum treten zu müssen. Zehn Minuten Entspannung zuvor machen bereits einen Riesenunterschied.

2. Mache dich mit der Umgebung vertraut.

Schauen dich im Vorfeld deiner Präsentation oder Rede den Ort des Ereignisses an oder frage den Veranstalter danach. Ansonsten kannst du auch das einplanen und entsprechend eher da sein. Sehe dich in Ruhe um, solange der Raum leer ist. Überlege dir für den Notfall auch ein Pannen-Szenario. Es beruhigt enorm, wenn du alle Eventualitäten bedacht hast. Und eine derart vertraute Umgebung reduziert deine Nervosität spürbar.

3. Visualisiere deinen Vortrag.

Stelle dir deine Rede ganz genau vor. Lasse die Szene Bild für Bild an deinem inneren Auge vorbei ziehen. Wie ist der Ablauf? Was kann schief gehen? Welche Rückfragen könnten gestellt werden? Wiederholen diesen inneren Dialog solange, bis alles optimal abläuft.

4. Spreche dir selbst Mut zu.

Rufe dir selbst in Erinnerung, dass du gut vorbereitet bist. Du kennst dich in der Thematik aus und weißt, was du sagen willst. Ersetze dabei negative Selbstgespräche durch positive. Stelle dir das Gelingen deines Auftritts vor und programmiere dich immer wieder mit einer verbalen Beschwörungsformel (Affirmation).

5. Suche dir „Verbündete“ im Publikum.

Auch das ist ein bewährter Trick. Suche dir die freundlichsten Gesichter im Publikum heraus und ignorieren die unfreundlichen. Halte mit den Lächlern und Kopfnickern immer wieder Blickkontakt und du wirst von Mal zu Mal sicherer. Im Idealfall positioniere bekannte, wohlmeinende Zuhörer an Stellen, wo du diese gut sehen kannst.

Die BRAVO-Methode

Die genannten Tipps kennen Kommunikations-Profis auch als sogenannte BRAVO-Methode. Das ist ein Akronym und steht für:

Bewegung: Gehe hinter der Bühne zwei bis drei Minuten auf und ab.

Ruhe: Komme danach zur Ruhe und absolviere ein paar entspannende Atemübungen

Affirmation: Rede dir selbst gut zu: "Ich schaffe das!"

Visualisierung: Schließe die Augen und stelle dir den Applaus des Publikums nach dem erfolgreichen Vortrag vor.

Offensive: Jetzt bist du bereit. Betrete die Bühne in der Gewissheit zu brillieren.

Lampenfieber und Redeangst bekämpfen sind auch Bestandteile des Seminars „masterclass of communication“. Hier lernst du diese Tipps unter Anleitung step by step in die Praxis umzusetzen.

Ich freue mich dich dort persönlich zu treffen! Dein Fan, Nick

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Kommentar von Matthias |

Hallo Nick,
bin durch zufall gerade auf deinen beitrag gestoßen. Danke für die Tipps, bringen mich bestimmt weiter. Denn ich beschäftige mich schon seite jahren damit, wie ich mein lampenfieber bei Präsentationen loswerden kann. Schon seit der Schule habe ich brutalst Probleme damit. Dann kam ich durch Zufall auf die Idee, wie es für mich besser geht, vielleicht hilft das ja jemanden: wegen eine "vorrübergehend körperlichen Leidens" hatte ich bei einer sehr wichtigen Präsentation total zittrige Hände und konnte meine Notizen nicht mehr halten. Ich habe wegen des lampenfiebers immer alles über notizen genau durchgeplant. an dem tag musste ich sie weglegen, weil ich so zittrig war und dachte dass alle denken würden ich sei totel verängstig. Also habe ich die präsentation komplett frei gehalten, und es war die beste präsentation ever. seit dem mache ich immer nur die wirklich nötigsten Notizen und versuche auf mich zu vertrauen. klar habe ich immernoch mit lampenfieber zu kämpfen, aber seit dem ich mich nicht mehr so in meine notizen "verstecke", und, genau wie du sagst, mehr im Raum bin, klappts viel besser :)
Gruß Matze

Kommentar von Sven |

Hallo Matze,
interessante Erkenntisse. Aber gehts hier nicht um Lampenfiieber, also das was du vor einer Präsentation spürst? Klar habe ich auch strategien während der präsentation, dennoch kommt das Lampenfieber. bei mir Tage vor der Präsentation.

Kommentar von Matthias |

ja klar, aber je sicherer du wirst, weil du die erfahrung machst, dass du dich durch strategien auf dich und deinen körper verlassen kannst, also die präsentationen immer besser werden, desto wenige stress hast du davor... :)
Gruß matze